Rechtsformen - gemeinnützige Unternehmer-
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Für die Gründung einer gUG gibt es strikte Richtlinien. Wir zeigen Ihnen, was Sie beachten müssen.

Gemeinnützige Unternehmergesellschaft (gUG) gründen

Die gemeinnützige Unternehmergesellschaft, kurz gUG, ist eine gute Wahl für Gründer, die wenig Startkapital zur Verfügung haben, aber auf eine Beschränkung ihrer persönlichen Haftung nicht verzichten wollen. Eine gemeinnützige Unternehmergesellschaft gründen Sie – wie die „normale“ UG auch – bereits ab einem Euro Stammkapital. Erst wenn durch die jährliche Überschuss-Rücklage ein Kapital von 25.000 Euro zusammengekommen ist, kann die gUG in eine gemeinnützige GmbH umgewandelt werden. Ab diesem Zeitpunkt müssen keinerlei Rücklagen mehr gebildet werden.

Wichtig und namensgebend bei der gUG ist der gemeinnützige Zweck des Unternehmens. Im Gegensatz zur Unternehmergesellschaft stehen keine wirtschaftlichen, sondern für die Allgemeinheit wichtige Interessen im Vordergrund Ihres Geschäftsvorhabens.

Wer entscheidet über die Gemeinnützigkeit der UG?

Damit Ihre gUG als gemeinnützig eingestuft werden kann, müssen Sie bei der Satzung einige Besonderheiten beachten. Sind die entsprechenden Bedingungen erfüllt, erkennt das Finanzamt Ihre UG als „vorläufig gemeinnützig“ an – was im Klartext Folgendes bedeutet:

Sobald Sie Ihre gUG gegründet und beim Finanzamt angemeldet haben, dürfen Sie Ihre alltäglichen Geschäfte ohne Einschränkungen abwickeln. Auch die Bezeichnung „gUG“ dürfen Sie im Geschäftsverkehr verwenden. Jedoch erfolgt die endgültige Einstufung als gemeinnützige Gesellschaft immer rückwirkend nach Abgabe der jährlichen Steuererklärung. Sie ist also nicht dauerhaft, sondern wird jedes Jahr neu vom Finanzamt festgestellt. Die Behörde prüft, ob Sie den namensgebenden, gemeinnützigen Zwecken in ausreichendem Maße nachkommen. Ist das nicht der Fall, verliert die UG den gemeinnützigen Status und muss im schlimmsten Fall sogar Steuern nachzahlen.

Eine gUG gründen: Welche Zwecke sind gemeinnützig?

Wenn Sie eine gemeinnützige Unternehmergesellschaft gründen, überprüft das Finanzamt zunächst den gemeinnützigen Zweck der Gesellschaft. Er ist nach dem GmbHG vorgeschrieben und damit zwingende Voraussetzung für die Gründung einer gUG. Welche Geschäftsfelder konkret unter diese Zwecke fallen, ist in §52 der Abgabenordnung (AO) abschließend geregelt. Grundsätzlich sind alle Zwecke gemeinnützig, die die Allgemeinheit auf materiellem, geistigem oder sittlichem Gebiet fördern. Die Förderung muss selbstlos erfolgen.

Darunter fallen unter anderem diese Bereiche (§52 Abs.2 AO):

  • Wirtschaft und Forschung
  • Religiöse Zwecke
  • Jugend- und Altenhilfe
  • Kunst und Kultur
  • Tierschutz
  • Kriminal- und Verbrechensprävention
  • Sport
  • Staatswesen

Festlegung einer begünstigten Organisation

Für den Fall, dass die gUG aufgelöst wird, müssen Sie bereits bei der Gründung der Gesellschaft eine begünstigte Organisation festlegen. Sie erhält die gegebenenfalls erwirtschafteten Überschüsse der gUG. Die Organisation muss ebenfalls einen der in §52 Abs.2 AO genannten gemeinnützigen Zwecke verfolgen, also selbst gemeinnützig sein. Darunter fallen unter anderem:

  • Gemeinnützige Vereine, etwa zur Förderung des Sports (§52 Abs.2 Nr.21 AO)
  • Gemeinnützige GmbHs (gGmbHs)
  • Stiftungen
  • Andere gUGs

Als Alternative haben Sie die Möglichkeit, nur den gemeinnützigen Zweck zu bestimmen. Im Falle einer Auflösung wird dann der von Ihnen ausgewählte Bereich, zum Beispiel die Bildung, gefördert.

Die Unmittelbarkeit der gUG

Die Überschüsse aus den Einnahmen der gUG müssen unverzüglich und unmittelbar dem gemeinnützigen Zweck der Gesellschaft zugeführt werden. Zwischen der Gesellschaft und der begünstigten Organisation darf keine weitere Instanz – zum Beispiel ein gewinnorientiertes Unternehmen – stehen.

Ein Beispiel: Sie arbeiten einer Gesellschaft zu, die den regionalen Sportverein in Ihrer Gemeinde fördert. Die Gesellschaft ist gemeinnützig, Ihr Unternehmen allerdings nicht, da Sie nicht unmittelbar den Sportverein unterstützen. Jedoch kann es sich an dieser Stelle lohnen, einen Steuerberater um Rat zu fragen. Denn: Der Gesetzgeber hat einige Lücken gelassen.

Das Gehalt des gUG-Geschäftsführers sollte angemessen sein – wertet das Finanzamt ein Geschäftsführergehalt als zu hoch, kann das zum Verlust der Gemeinnützigkeit führen. Der Vorwurf: Eine sogenannte verdeckte Gewinnausschüttung, die im Zweifel zu weiteren steuerstrafrechtlichen Konsequenzen führt. Halten Sie frühzeitig mit Experten und Beratern Rücksprache, um langfristig hohe Kosten zu sparen.

UG und gUG: Gemeinsamkeiten und Unterschiede

Zwischen einer gUG und der „normalen“ Unternehmergesellschaft gibt es einige Unterschiede, die Sie kennen sollten.

  • Das Stammkapital: Wie bei der UG auch, gibt es bei der gUG kein nennenswertes Stammkapital. Damit unterscheidet sie sich von der gGmbH und der GmbH. Jedoch muss die gUG 25 Prozent des jährlichen Gewinns zurücklegen, bis sie das Mindestkapital der gGmbH erreicht hat. So soll eine spätere Umwandlung ermöglicht werden.
  • Die Haftungsbeschränkung: Vergleichbar zur UG, GmbH und gGmbH haften Sie nur in Höhe Ihrer Einlage.
  • Die Gemeinnützigkeit: Obwohl die gUG gemeinnützig sein muss, ist ein jährlicher Gewinn erforderlich. Diesen Konflikt gilt es, mit einem Kompromiss zu lösen.