Gewerbe anmelden

Am Anfang der Gründungsphase steht die Anmeldung des Gewerbes. Wir zeigen Ihnen, wie alles reibungslos klappt.

Gewerbe anmelden – Schritt für Schritt

Als Existenzgründer müssen Sie in der Regel ein Gewerbe anmelden – ein relativ einfacher Schritt. Allerdings bestätigen hier Ausnahmen die Regel: In manchen Fällen muss vor dem Gang zum Gewerbeamt eine gesonderte Erlaubnis eingeholt werden. Das gilt immer dann, wenn Sie als Gewerbetreibender in bestimmten Branchen tätig werden möchten. Freiberufler dagegen müssen keine Gewerbeanmeldung vornehmen – hier ist lediglich die Anmeldung beim Finanzamt erforderlich.

Wann ist eine gesonderte Erlaubnis für die Gewerbeanmeldung erforderlich?

§29 bis 38 der Gewerbeordnung definieren Branchen und Berufe, für die Sie eine gesonderte Erlaubnis benötigen, wenn Sie ein Gewerbe anmelden möchten. Solch eine Erlaubnis brauchen Sie zum Beispiel für den Betrieb einer Spielhalle, einer Diskothek oder einer Pfandleihe sowie für ein Gewerbe als Makler oder Anlageberater, eine Tätigkeit als Baubetreuer und für ein Unternehmen im Bewachungsgewerbe. Genehmigungen sind auch bei anderen Tätigkeiten nötig: Wenn Sie eine Fahrschule gründen möchten, gelten die Regelungen des Gesetzes über das Fahrlehrerwesen . Falls Sie einen Gewerbebetrieb im Bereich der Personenbeförderung gründen möchten, greift das Personenbeförderungsgesetz. Und wenn Sie als Gründer eine Gaststätte aufmachen und den Ausschank alkoholischer Getränke planen, definiert das Gaststättengesetz die entsprechenden Voraussetzungen.

Was sonst noch zu tun ist

In der Regel müssen Sie als Existenzgründer nach der Gewerbeanmeldung die zuständige Industrie- und Handelskammer bzw. Handwerkskammer benachrichtigen. Möglicherweise ist daneben eine Information an die jeweilige Berufsgenossenschaft wichtig. Ein kaufmännisches Gewerbe sowie Unternehmen mit Rechtsformen wie die Kommanditgesellschaft oder die Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) müssen Sie zudem ins Handelsregister eintragen lassen.

Gewerbe anmelden –
aber wo?

Früher war der Weg klar, wenn Existenzgründer ein Gewerbe anmelden wollten: Der Weg führte zum Gewerbeamt in der Verwaltung der jeweiligen Stadt oder Gemeinde. Dort meldete man sein Gewerbe an und erhielt den entsprechenden Gewerbeschein. Mittlerweile wurden viele Verwaltungen jedoch umstrukturiert, so dass gar kein Gewerbeamt mehr existiert. In diesem Fall müssen Sie erfragen, welche Behörde für Sie zuständig ist. Sie können sich aber auch für eine elektronische Gewerbeanzeige entscheiden.

Für die Anmeldung benötigen Sie Ihren Personalausweis und, falls erforderlich, einen Handelsregisterauszug. Ausländische Staatsangehörige müssen eine Aufenthaltsgenehmigung vorweisen, welche die Erlaubnis umfasst, ein Gewerbe zu betreiben. Für die Gewerbeanmeldung ist zudem eine Gebühr fällig.

Sobald Sie Ihr Gewerbe angemeldet haben, meldet sich das Finanzamt bei Ihnen. Sie erhalten eine Steuernummer oder eine Umsatzsteuer-ID. Wenn Sie ein Kleingewerbe mit einem maximalen Umsatz von 17.500 Euro pro Jahr betreiben, müssen Sie keine Umsatzsteuer erheben. Gewerbesteuer fällt bei einem Unternehmen an, wenn der Gewinn 24.500 Euro im Jahr übersteigt.

Keine Gewerbeanmeldung für Freiberufler

Wer als Freiberufler arbeiten möchte, muss kein Gewerbe anmelden. Als freie Berufe weist §18 des Einkommensteuergesetzes Heilberufe (Ärzte, Zahnärzte, Tierärzte, Krankengymnasten), rechts-, steuer- und wirtschaftsberatenden Berufe (Rechtsanwälte, Steuerberater), naturwissenschaftliche bzw. technische Berufe (Ingenieure, Architekten) sowie sprach- und informationsvermittelnde Berufe (z.B. Journalisten, Dolmetscher) aus.

Hinzu kommen die Berufe Diplom-Psychologe, Heilmasseur, Hebamme und hauptberuflicher Sachverständiger. Bei selbstständiger Arbeit in Bereichen wie Kunst, Schriftstellerei, Wissenschaft, Unterricht und Erziehung ist oft ebenfalls eine freiberufliche Tätigkeit möglich. Die für Sie letztlich entscheidende Instanz ist das zuständige Finanzamt.

Neben den Freiberuflern gibt es weitere Selbstständige, die kein Gewerbe anmelden müssen. Zu ihnen zählen diejenigen, die in der sogenannten Urproduktion arbeiten. Gemeint sind damit Selbstständige in Bereichen wie Landwirtschaft, Viehzucht und Fischerei. Achtung: Backt ein Landwirt aus dem Weizen von seinen Feldern beispielsweise selbst Brot, das er im Hofladen verkauft, muss er seinen Betrieb dennoch als Gewerbe anmelden.

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