Unternehmens-
nachfolge - Punkt für Punkt zur richtigen Übergabe

Eine Unternehmensnachfolge sollte gut geplant werden. Damit alle Punkte beachtet werden, sollten Sie eine Checkliste anfertigen.

Unternehmensnachfolge: Checkliste für die Übernahme

Bevor Sie eine Firma übernehmen, müssen Sie sich verschiedenen Fragen stellen. Dazu gehört neben den gesetzlichen Grundlagen, Verordnungen und Gesetzen auch die Planung der eigentlichen Geschäftstätigkeit. Expansionen, Ausbau oder eine interne Umstrukturierung sollten akribisch geplant und entsprechend festgehalten werden. Unsere Unternehmensnachfolge-Checkliste gibt Ihnen wichtige Anhaltspunkte mit auf den Weg. 

Rechtliche Fragen: Juristische Grundlagen des Unternehmens

Deutschland ist das Land der Gesetze und Vorschriften – machen Sie sich vor der Übernahme daher mit den folgenden Punkten vertraut: 

Betriebsstättenerlaubnis (BSE)

Für bestimmte Gewerbezweige ist es erforderlich, eine sogenannte Betriebsstättenerlaubnis zu besitzen. Ist sie noch nicht ausgestellt, muss Sie von Ihnen beantragt werden – bei einer Übernahme ist dieser Schritt in der Regel aber bereits geschehen. Relevant wird er erst, wenn Sie beispielsweise den Betrieb an einen anderen Standort verlegen oder neue Filialen eröffnen möchten. Ein klassischer Fall, in dem eine BSE erforderlich ist, ist die Gastronomie. 

Gewerbeerlaubnis (GE)

Je nach Gewerbe sind unterschiedliche Industrie- oder Handelskammern für die GE zuständig. Die Kammer prüft, ob Sie und Ihr Betrieb die Voraussetzungen erfüllen und erteilt beziehungsweise versagt die Genehmigung. 

Gewerbeanmeldung und steuerliche Erfassung

Sowohl beim Gewerbe- als auch beim zuständigen Finanzamt müssen Sie Ihr Gewerbe anmelden und unter anderem die voraussichtlichen Einkünfte angeben. 

Mitgliedschaft in einer Berufsgenossenschaft (BG)

In vielen Gewerbezweigen ist die Mitgliedschaft in einer BG vorgeschrieben und damit verpflichtend. Sie trägt unter anderem die Kosten für die gesetzliche Unfallversicherung, wenn Ihnen oder Ihren Arbeitnehmern auf dem Weg zur Arbeit etwas passiert. 

Branchenverbände oder Innungen

Die Mitgliedschaft in einem Branchenverband oder Innung ist meist nicht vorgeschrieben, aber sinnvoll. Hier erhalten Sie unter anderem Tipps und juristische Ratschläge. 

Unternehmensnachfolge-Checkliste: Der Fortführungs- oder Zukunftsplan

Mit der Fortführung eines bestehenden Unternehmens gehen im Wesentlichen dieselben Voraussetzungen einher wie mit einer Neugründung. Damit gibt es auch bei der unternehmerischen Planung nur wenige Unterschiede. Diese sollten Sie in Form eines Fortführungsplanes – das ist das Pendant zum Businessplan – festhalten.  

Im Gegensatz zum Businessplan sammeln Sie bei der Erstellung eines Fortführungsplanes keine Ideen und Konzepte für den Aufbau, sondern für die Weiterführung eines bereits bestehenden und etablierten Unternehmens. Dementsprechend planen Sie anhand von Kunden- und Lieferantenkontakten, geschäftlichen Partnerschaften und den Geschäftszahlen das weitere Vorgehen. Hierin liegt ein weiterer Unterschied: Der Fortführungsplan lässt sich um einiges genauer und präziser erstellen, da Sie bereits eine Fülle an Daten und Erfahrungswerten zur Verfügung haben.  

 Einige Punkte, die unbedingt enthalten sein sollten: 

  • Übergabedatum (Stichtag des Übergangs von Rechten und Pflichten) 
  • Kaufpreis als Gesamtsumme  
  • Auflistung aller Wirtschaftsgüter (materielle und immaterielle) 
  • Rechtsform, in der das Unternehmen weitergeführt wird 
  • Kapital- und Finanzplanung 
  • Investitionsplanung 
  • Liquiditäts- und Risikoplanung („Wo kommt das Geld her, wo geht es hin?“) 

Geschäftsprüfung und Ermittlung des Kaufpreises

Um ein Unternehmen nicht über seinem tatsächlichen Wert zu kaufen, müssen Sie es vor dem Kauf sorgfältig bewerten. Anhand der Umsätze, Gewinne und der Vorjahresbilanzen sehen Sie recht gut, ob das bestehende Geschäftsmodell funktioniert und genug abwirft. Um konkrete Informationen zu erhalten – besonders, was die Zukunftssicherheit angeht – sind tiefere Einblicke in die Kundenkontakte und Geschäftsbeziehungen erforderlich. Setzen Sie sich außerdem mit der Wettbewerbssituation und Konkurrenten vor Ort auseinander.  

Im Anschluss ermitteln Sie den Kaufpreis. Behalten Sie im Hinterkopf: Der Verkäufer wird versuchen, den bestmöglichen Preis zu erzielen. Suchen Sie also nach Anhaltspunkten, die Ihnen bei den anstehenden Verhandlungen in die Karten spielen. Beachten Sie außerdem die Gebühren, die zusätzlich zum Kaufpreis zu zahlen sind: Rechtsanwälte, Notare und Unternehmensberater sind in vielen Fällen notwendige Helfer bei der Übernahme. Zuletzt denken Sie über Finanzierungsmöglichkeiten nach – der Klassiker sind Förder- und Investitionskredite, etwa von der KfW-Bank. 

Kurz und knapp: Die Checkliste zur Unternehmensnachfolge

Sie sind gerade mit der Gestaltung des Übernahmevertrags beschäftigt? Um dabei auch nichts zu vergessen, haben wir für Sie die nachfolgende Checkliste zur Unternehmensnachfolge erstellt:

  • Die Planungen für die Übernahme selbst und das Vorgehen nach dem Kauf sind abgeschlossen 
  • Sie haben sich umfangreich über das zu kaufende Unternehmen informiert und alle eventuellen Risiken, Nachteile und Gefahren erkannt 
  • Sie haben sich mit der geschäftlichen Situation und den Vorjahresbilanzen vertraut gemacht 
  • Es stehen konkrete Pläne, wie das Unternehmen in Zukunft geführt werden soll 
  • Sie haben eine Finanzierungsmöglichkeit für den zu deckenden Kapitalbedarf 
  • Alle Vollmachten für eine nahtlose Fortführung liegen vor 
  • Die rechtlichen Voraussetzungen sind erfüllt 
  • Alle von Amts wegen erforderlichen Anträge und Genehmigungen liegen vor bzw. sind rechtskräftig 

Sind alle Punkte dieser Checkliste Unternehmensnachfolge erfüllt und vorhanden, steht dem Übernahmevertrag nichts mehr im Wege. 

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