KOMEA-Geschäftsführerin Katja Froehlich und Mit-Gründer Paul van Hemmen. Foto: : Timo Roth

Katja Fröhlich und ihr Team haben es geschafft. „Diese Anerkennung, dass das, was man tut, auch wahrgenommen und wertgeschätzt wird, bedeutet uns richtig viel“, sagt die Geschäftsführerin von Komea. Das Rostocker Unternehmen wurde in diesem Jahr mit dem OZ-Existenzgründerpreis in der Kategorie „interessante  Gründerstory“ ausgezeichnet.

2018 wurde Komea von Manuel Gerber, Ingo Volkmann und Paul van Hemmen gegründet. Die drei Gründer bringen unterschiedlichste Backgrounds mit: Einer war früher Kameramann bei RTL, der Zweite Lackierer, der Dritte unter anderem Gastronom. Was sie eint, ist ihr Faible für Technologie. „Drei Entwickler, die mit verschiedenen Dienstaufträgen Geld verdient haben und gesagt haben, dass da noch mehr gehen muss. Nicht finanziell, sondern von der Sinnhaftigkeit“, fasst Fröhlich den Schritt zur Firmengründung zusammen.

„Ziele immer wieder hinterfragen“

Im Februar wurde sie als Geschäftsführerin angeheuert – zuvor hat sie Informatik und Sinologie studiert und mehrere Jahre in China gelebt. In Shanghai baute sie das IT-Team für Costa Concierge auf, nachdem sie zuvor bereits die IT-Strategie der Rostocker Kreuzfahrt-Reederei Aida auf Kurs gebracht hatte. Anschließend wurde sie Geschäftsführerin von EXP360, einem international tätigen Unternehmen für Virtual Reality. „Man sollte sich immer reflektieren und hinterfragen, ob das, was man macht, auch das ist, was man wollte“, rät sie. „Möchte ich dabei bleiben oder sollte ich vielleicht etwas anderes machen?“

Ziel: Digitalisierung voranbringen

Die Unternehmer wissen, was sie wollen: Die Digitalisierung in Mecklenburg-Vorpommern voranbringen – da sehen die Experten noch großen Nachholbedarf. „Das ist schwierig, da ist noch sehr viel zu tun“, sagt Katja Fröhlich. Ihr Kollege Paul van Hemmen nickt. „Ich glaube, gerade jetzt in der Corona-Krise ist vielen bewusst geworden, wie sehr wir teilweise hinterherhängen“, sagt er. Das Bewusstsein über die Bedeutung der Digitalisierung sei schnell gewachsen. „Aber es ist klar, dass die ganzen Schritte, die noch gemacht werden müssen, sehr viel Zeit brauchen werden.“

Plattform für Händler

Zeit, die Betroffene der Corona-Pandemie nicht hatten. Der Lockdown zwingt viele Händler, Gastronomen und Vereine, die bisher nicht im Internet vertreten waren, aktiv zu werden und sich Alternativen zu überlegen, um ihre Produkte an die Kunden zu bekommen.“

Dafür haben Fröhlich und ihr Team unentgeltlich – und meist in der Freizeit – einen großen Marktplatz aufgebaut: MVhandelt.de. Die Plattform ermöglicht Einzelhändlern, Gastronomen und Sportverein-Betreibern, kostenlos einen Onlineshop zu eröffnen. Vertreten sind beispielsweise eine Segelmanufaktur aus Rostock, ein Buchhandel aus Lübz oder ein Café in Prerow. „Wenn wir damit nur einem Geschäft, einem Café oder einem Hofladen helfen können, durch diese schwere Zeit zu kommen, hat sich die Mühe schon gelohnt. Jeder sollte in dieser beispiellosen Krise einen Teil aktiv dazu beitragen, dass wir gemeinsam so wenig wie möglich Schaden davontragen“, erklärt die Geschäftsführerin das Engagement.

Weitere Projekte in Arbeit

Den Verantwortlichen liegt zudem die Nachwuchsförderung am Herzen. Für das Kinder- und Jugendparlament in Malchow wird derzeit an einer Plattform für Ferienjobs – Fleesenseejobs – gearbeitet. „Bald können sie anfangen mit der Ferienjobvermittlung“, so Fröhlich. Nicht nur Schüler können sich auf der Plattform nach Möglichkeiten, ihr Taschengeld aufzubessern, umsehen. Auch Unternehmen finden bald schneller Aushilfen. (Katharina Ahlers und Antje Bernstein)