Stralsund. Nach Schätzungen der Industrie- und Handelskammern (IHK) sowie der Handwerkskammern (HWK) in Mecklenburg-Vorpommern stehen bis 2025 voraussichtlich rund 23.000 Unternehmen zur Nachfolge an. Da jedoch nicht jeder Betrieb in den Nachfolgeprozess eintritt, wird mit einer Größenordnung von rund 10.500 Firmen gerechnet, die zur Übergabe anstehen. Leider scheitern jedoch viele Nachfolgeprozesse, weil sich der Unternehmer zu spät oder nicht intensiv genug um die Übergabe seines Lebenswerkes gekümmert hat und damit von ihm geschaffene Werte nicht realisiert.

Eine frühzeitige Vorbereitung auf den Führungswechsel ist auf jeden Fall unerlässlich, damit das Unternehmen auch nach dem Führungswechsel am Markt Bestand hat. Sowohl für den Inhaber als auch seinen zukünftigen Nachfolger stellt dieses eine große Herausforderung dar. Zu den häufigsten Fehlern im Rahmen der Unternehmensnachfolge gehören steuerliche Fehlentscheidungen, Finanzierungsfehler, eine falsche Beurteilung rechtlicher Fragen sowie die Unterschätzung der psychologischen Komponente.

Die Unternehmensnachfolge ist daher frühzeitig zu planen und strukturiert anzugehen. Es ist dabei ein Fahrplan aufzustellen, der abzuarbeiten und bei Bedarf immer wieder zu ergänzen ist.

Ein Unternehmensnachfolgekonzept kann einen Zeitraum von 5 bis 10 Jahren erfordern. Es muss u. a. zum einen ein Steuer- und Altersvorsorgekonzept erarbeitet, die Firma ggf. restrukturiert und damit attraktiver für den Übernehmenden gemacht, eine Nachfolger gesucht bzw. herangeführt sowie Vertragsverhandlungen geführt werden.

Für den Fall einer Unternehmensnachfolge innerhalb der Familie muss zudem das Erbrecht beachtet werden.

Wichtig ist, dass der gesamte Prozess durch einen Moderator begleitet wird, der das Nachfolgekonzept mit dem Unternehmer erarbeitet und bis zum Ende begleitet.

Christian Langhoff
Rechtsanwalt und
Fachberater