Schwerin/Rügen (DR). In der zurückliegenden Ausgabe haben wir den ersten Teil zum Wirtschaftsrückblick 2018 und den Ausblick 2019 veröffentlicht. Wir setzen an dieser Stelle fort:

Der Wirtschaftsminister wirbt dafür, die Möglichkeiten der Qualifizierung von Beschäftigten intensiv zu nutzen. „Die Förderung mit den Bildungsschecks ist ein bewährtes Instrument. Seit Beginn der aktuellen ESF-Förderperiode (2014 bis 2020) wurden bisher rund 1.900 Anträge mit über 12.600 Bildungsschecks bewilligt (Stand 30.11.2018). Im Rahmen der Förderung der unternehmensspezifischen Projekte wurden 19 Anträge gestellt, neun Anträge mit insgesamt rund 600 Teilnehmern wurden bewilligt (Stand 30.11.2018).

„Qualifizierung ist ein Schlüssel für wirtschaftliches Wachstum der Unternehmen, der immer mehr an Bedeutung gewinnt. Weiterbildung ist eines der wichtigsten Instrumente zum Erhalt ihrer Wettbewerbsfähigkeit. Trotz guter Auftragslage darf das Thema nicht vernachlässigt werden. Gerade in Bezug auf die Digitalisierung wird die Qualifizierung des eigenen Personals immer wichtiger“, sagte Glawe.

In der EU-Förderperiode 2014 bis 2020 können aktuell 6,6 Millionen Euro aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) für Bildungsschecks und unternehmensspezifische Projekte im Rahmen der Qualifizierungsrichtlinie eingesetzt werden.

Maritime Industrie Wirtschaftsminister Glawe ging auf die Entwicklung der Werften und Zulieferer im Land ein. „Die Werften und die Zulieferbranche im Land haben sich in diesem Jahr sehr gut entwickelt. Volle Auftragsbücher und überwiegend wachsende Beschäftigung sprechen für ein positives Investitionsklima. Die Werften zählen heute wieder mit zu den größten Arbeitgebern. Die Branche trägt über die zahlreichen Dienstleistungen rund um den Schiffbau dazu bei, dass die maritime Branche im Land weiter vorankommt. In den vergangenen zwei Jahren sind rund 1.500 Industriearbeitsplätze in der Branche entstanden. Von den Gesamtbeschäftigten auf den Werften sind gegenwärtig rund 90 Prozent im Kreuzfahrtschiffbau tätig“, betont Glawe.

Auf den sechs Großwerften (MV Werften mit Standorten in Rostock, Wismar und Stralsund, Peene Werft in Wolgast, Neptun Werft sowie Tamsen Maritim, beide in Rostock) sind gegenwärtig rund 3.500 Mitarbeiter beschäftigt. Allein der Auftragsbestand im Segment Kreuzschifffahrtbau beträgt gegenwärtig rund 3,6 Milliarden Euro. Die Peene Werft in Wolgast ist gegenwärtig vom Lieferstopp der Bundesregierung für Rüstungsgüter nach Saudi-Arabien betroffen.

Darüber hinaus sorgt die gute Auftragslage beispielsweise bei den MV Werften auch für weitere Ansiedlungen durch Zulieferer. „Mit der Umsetzung der Aufträge auf den Werften geht es weiter voran. Das sorgt auch für eine wachsende Nachfrage in der Region. Neue Unternehmen siedeln sich an oder bauen weitere Standorte auf. Das ist eine gute Entwicklung, denn unser Land braucht mehr Industriearbeitsplätze“, machte Wirtschaftsminister Glawe deutlich. In Wismar entsteht ein neues Logistikzentrum der Fiesland-Kabel GmbH. Die Deckma GmbH baut am Standort Kavelstorf ein Produktionsgebäude mit Büro- und Sozialräumen auf, in dem Projektierung, Fertigung und Logistik zusammen Platz finden (Anmerkung: Weitere Firmeninformation –> siehe unter „Beispiele für Neuansiedlungen und Produktionsstarts“). „Mit beiden Investitionen werden rund 40 neue Arbeitsplätze entstehen“, so Glawe.

Technologieförderung um 50 Millionen Euro aufgestockt In der laufenden EU-Förderperiode bis 2020 wurden die Mittel für die Förderung von Forschung, Entwicklung und Innovation in diesem Jahr um 50 Millionen Euro aufgestockt.

Das Wirtschaftsministerium stellt nunmehr 218 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) zur Verfügung. „Entscheidend ist, dass wir im Ergebnis der Zusammenarbeit von Wirtschaft und Wissenschaft zu mehr international marktfähigen Produkten und Verfahren kommen“, sagte Wirtschaftsminister Glawe. Im Zeitraum von 2014 bis zum August 2018 sind im Rahmen der Förderung von Forschung, Entwicklung und Innovation durch Zuschüsse des Wirtschaftsministeriums insgesamt 132,6 Millionen Euro für 388 Vorhaben bewilligt worden. Insgesamt wurden in diesem Zeitraum 88,5 Millionen Euro für 199 Verbundforschungsvorhaben genehmigt.

Nachwuchswerbung, Fachkräftesicherung und Mitarbeitergewinnung

Auch für das kommende Jahr gibt es eine Menge zu tun. Die Wirtschaft im Land ist durch kleinbetriebliche Strukturen sowie noch zu geringe Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten geprägt. „Hier müssen wir weiter ansetzen. Große Herausforderungen sind heute die Nachwuchswerbung, Fachkräftesicherung und Mitarbeitergewinnung. Für eine langfristige Wettbewerbsfähigkeit des Landes geht es darum, die Wirtschaftsbereiche, die traditionell in Mecklenburg-Vorpommern verankert sind, weiter zu stärken.

Neben dem verarbeitenden Gewerbe, dem Tourismus, dem Handwerk und dem Handel zählt auch die maritime Wirtschaft dazu. Die modernen wirtschaftlich jungen Bereiche wie Forschung und Entwicklung sowie die Gesundheitswirtschaft gewinnen an Bedeutung. Letztendlich geht es darum, in allen Bereichen mehr Arbeitsplätze auf dem ersten Arbeitsmarkt zu erreichen“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschafts- und Arbeitsminister Harry Glawe abschließend.

Erfahrung der älteren Generation einbinden

Der Wirtschaftsminister warb dafür, mehr Anreize für Mitarbeiter zum Bleiben in den Unternehmen zu geben. „Heute geht es darum, die Attraktivität für einen Arbeitsplatz stetig zu verbessern. Wer hier gern lebt, will in der Regel hier auch gut arbeiten können. Neben dem Entgelt sind Anreize wie beispielsweise eine attraktive Ausbildung, lebensphasenorientierte Beschäftigungsmodelle, Qualifizierung und Weiterbildung sowie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf von Bedeutung. Eine bedeutende Rolle spielt ebenso die Nähe zu einer Kita, die Verfügbarkeit eines bezahlbaren Wohnraums oder Freizeiteinrichtungen vor Ort, um sich langfristig an ein Unternehmen zu binden“, so Glawe abschließend.